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Warum ich hier bin und bleibe?

Sunday, December 21st, 2008

Warum ich, Daniel Konzett, hier bin und hier bleibe?



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Viele Freunde und Besucher fragen mich immer wieder,
was mich nach Bahia in Brasilien verschlagen habe. Dazu nun Folgendes:

Schon in jungen Jahren hatte ich wenig Freude an der Kälte und Nässe der Schweiz. Kaum Sommer und so viel schlechtes Wetter haben mich seit meiner Jugend zum Reisen veranlasst. Zuerst suchte ich die Wärme im Süden von Europa in Spanien, Portugal und Italien. Nichts half, im Winter ist es auch am südlichsten Punkt von Europa kalt und es hat Temperaturen unter 0 Grad. Nun musste eine andere Lösung gesucht werden. Daher stellte ich mir zuerst einen Katalog zusammen mit meinen Wünschen:

> Ich möchte das ganze Jahr hindurch angenehme Temperaturen von 25 – 35 Grad haben

> Gerne würde ich am Meer leben, fern von den grossen Städten

> Die Luft soll sauber und mässig feucht sein

> Das Essen sollte natürlicher und gesunder sein als in der Schweiz

> Ich möchte keine Erdbeben, Wirbelstürrne oder Springfluten

> Es sollte regelmässig regnen und grün sein

> Gerne hätte ich ein Stück Land auf dem ich das ganze Jahr etwas anpflanzen kann

> Überschwemmungen oder Dürren sollte es kaum geben

> Es sollte keine Kriege oder offene Auseinandersetzungen geben

> Die Kriminalität sollte unter Kontrolle sein

> Ich möchte keine Industrie und möglichst wenig Verschmutzung

> Massentourismus will ich auf keinen Fall!

> Ich suche eine möglichst intakte Natur mit vielem Neuem und Schönem

> Die Bevölkerung sollte freundlich sein und ich willkommen

> Ich möchte möglichst frei leben ohne politische oder religiöse Probleme

> Das Leben soll auch bezahlbar sein

> Am liebsten wäre mir eine Sprache, deren Ursprung ebenfalls im Lateinischen liegt

> Auch sollte moderne Technologie verfügbar sein wie Computer, Internet usw

> Es muss möglich sein eine Niederlassungs- und Arbeitsbewilligung zu erhalten

> Gerne würde ich auch Landsleute in der Nähe haben mit denen man die eigene Sprache weiterhin austauschen kann.

Ja und so begann ich zu suchen. Zuerst schaute ich im Weltatlas; wo sind die besten Klimazonen. Da hatte ich einiges gefunden. Entweder Asien, Afrika oder Südamerika. Für Asien bin ich warscheindlich schon zu alt, um deren Traditionen und Sprache auch wirklich zu verstehen und damit auch zu Arbeiten. Afrika liegt mir nicht so sehr, da es viele Probleme und Rassenunterschiede gibt. In Südamerika fand ich nun eine Küste, die so aussah als wäre sie genau für mich gemacht. Lange Sandstrände mit Kokospalmen und dann wieder kleine Buchten mit Felsen und Urwald ,der bis ans Wasser kommt.

Über ein Inserat im Supermarkt bekam meine neue Geschichte Aufwind. Da war ein Haus zu Vermieten direkt am Meer, ganz in der Nähe von Ilheus in Bahia, Brasilien. Schnell entschlossen reiste ich nach Brasilien und stellte schon nach wenigen Tagen fest: Hier werde ich bleiben. All das was ich mir wünschte fand ich hier. Auch hatte ich durch meine Kenntnisse des europäischen Marktes gerade einen schönen Vorsprung an Wissen und das machte mich sicher ,dass ich auch meinen Lebensunterhalt hier verdienen kann. Nach meinen Ferien reiste ich wieder zurück in die kalte Schweiz, arbeitete noch etwas, um ein wenig Geld zu haben für die Auswanderung und schon war alles aufgelöst und ich mit meinen 2 Hunden im Flugzeug nach Bahia.

Das war schon vor einigen Jahren, aber bis heute muss ich jeden Tag feststellen; Hier sind wir im Paradies. Warscheindlich ist es eines der letzten Paradiese in dem man leben und arbeiten kann. Seither habe ich viele Erfahrungen gemacht mit allen möglichen Dingen des Lebens. Aber noch immer muss ich feststellen; einen besseren Platz hätte ich nicht finden können. Natürlich ist es nirgendswo auf der Welt nur gut, überall trifft man Sorgen und Probleme. Aber diese Sorgen ,die ich bis heute in Bahia hatte, kann man ganz gut als unwichtig streichen und sich fragen,ob unsere zivilisierten Vorstellungen von Recht und Leben auch wirklich hier zur Anwendung kommen sollten. Wenn wir uns nämlich besser integrieren in das einfache und überaus gleuckliche Volk von Bahia, geht es uns so wie den Königen früher in Europa. Wir haben das ganze Potential schon im Kopf und die Menschen hier lernen uns, wie man mit wenig zufrieden sein kann.

Heute mache ich die verschiedensten Dinge, um zu überleben. Als eines bin ich Reiseleiter für deutschsprechende Besucher, auch mache ich Seiten fürs Internet für die lokalen Firmen und Organisationen, ich betreibe eigene Seiten im Internet mit Infos über die traumhafte Region, Immobilien und weitere Produkte und Dienstleistungen,die ich für Brasilien und aber auch für Europa anbieten kann. Nebenbei berate ich Neuankommende über die bestehende Situation und für Landwirte biete ich Landwirtschaftsberatung an. Hier in Bahia habe ich also all das gefunden, was ich mir eigentlich gewünscht habe und noch mehr; ich bin am Lernen ,wie man einfacher Leben kann und doch alles hat was man braucht,um glücklich zu sein. Das ist für mich der höchste Luxus ,der sich für mich und schlussendlich für die ganze Welt ausbezahlt. Ich setze mich auch immer wieder dafür ein, dass die Natur und der Lebensstil dieser Region nicht kaputt gemacht wird durch verschiedenste Einflüsse wie Industrie, Verschmutzungen, Raubbau oder Massentourismus. Der Kampf hier ist aber sehr bescheiden, es gibt kaum Industrie und keinen Massentourismus, die Gewässer haben meist sehr gute Qualität und die Natur wird schon recht gut geschützt durch die nationalen und internationalen Organisationen. So hat man vor kurzem wieder ein neues Schutzgebiet (ResEX, Reservado Extrativista) erklärt, dasdie Region von Una, Canavieiras und Belmonte mit samt des Meeres, Waldes und der  ursprünglichen Bevölkerung ,unter internationalen Schutz stellt. Die halbe Welt beteiligt sich am Schutz unserer lebenswichtigen Naturressourcen und Lebensformen.

Eigentlich kann ich nur eines sagen.: Wer unsere Region noch nicht kennt, sollte sie dringend kennenlernen.. Hier findet man all das, was ich als Lebensqualität ansehe, und das ist für mich das Wichtigste in meinem Leben. Also: und wann kommst Du auf einen Besuch ins Paradies? Gerne zeige ich Dir das, was ich kenne und vielleicht lernen wir gemeinsam noch mehr kennen. Hier gibt es so viel kennenzulernen, dass ein Leben einfach nicht ausreicht.

Daniel Konzett, August 2006
daniel@web500.com.br