Deine Gedanken sind die Materie
Geist erzeugt Materie und ist nicht nur ein „zufällig“ ent-standenes Produkt derselben. Du, mitsamt Deiner Menschheit, hast sämtliche Wertmaßstäbe verloren. Ihr habt das „wirklich Wahre und Gute“ in eurer Selbstsucht an den toten Materialismus verschachert.
Jeder einzelne von euch ist nur bestrebt in „seiner persönlichen Hierarchie“ aufzusteigen. Man steigt höher und höher. Wenn jemand an der Spitze steht und herunterfällt, sagt man nicht: „Schlimm, daß der heruntergefallen ist“ – nein man sagt: „Toll, ein Platz ist frei geworten“. Wie läßt sich das mit dem Wort „Nächstenliebe“ vereinbaren. Jeder Menschen ist nur ein Glied einer großen Kette. Bei einer Belastung gibt es kein Oben und Unten, sie wird immer am „schwächsten Glied“ zerreißen. Du bist dieses schwächste Glied – da Du die von Dir wahrgenommene Welt nur träumst – „Du“ bist es, der nun völlig wach werden muß!
Dein ganzes Denken, Fühlen und Empfinden – auch Vergangenes – ist von Dir nur immer in der Gegenwart erfahrbar. Wenn Du also behauptest: „Es war einmal…“, zeugt das nur von Deiner Unwissenheit und Unreife. Es gibt keine „vergangene Gegenwart“, es gibt kein „Es war einmal…“, sondern nur ein „Es ist…!“.
Das, was Du zu glauben vermagst, „ist“!
Es gibt „NICHTS“, was unabhängig von Deiner eigenen geistigen Wahrnehmung existiert, zumindest nichts Materielles, d.h. nichts Raum/Zeitliches. Nur das, was Du mit Deinem Geisteslicht zu beleuchten vermagst, erhält auch eine raum/zeitliche Existenz.
Somit wird „die freie Wahlmöglichkeit“ Deines Glaubens „zur einzigen Freiheit“, die Du „zur Zeit“ besitzt. Du hast diese Freiheit von mir nur bekommen, um den für Dich „einzig richtigen Glauben“ zu finden, den Glauben, der Dich zu Deinem wirklichen Wesen zu führen vermag. Da ich Dich nach meinen Ebenbild erschaffen habe, besteht Dein wirkliches Wesen aus reiner, göttlichen Liebe.
Alles was existiert, existiert nur durch Dich und aus Dir selbst, d.h. aus Deinem eigenen Nichtwissen!
Du bist Dein eigenes Licht und göttlicher Gedanke. Du bist der „Nous“ (gr.lat. = „das Vermögen der geistigen Wahrnehmung“; „der weltordnende Geist“) und „Demiurg“ (gr.lat. = „Weltenschöpfer“ [„Demivierge“ = „Halb-jungfrau“]) Deiner eigenen Welt. Du bist in Deiner Gesamtheit weit älter, als das von Dir bisher wahrgenommene „normal- menschliche Prinzip“, das nur als ein Schatten Deiner Unreife aus Deiner Gesamtheit hervorquillt. Alles von Dir bisher Wahrgenommene ist nur eine Frucht, die aus dem Keim Deiner urteilenden Gedanken entspringt. Dein Wort ist das Wort eines Gottes. Fange nun an Deine Ganzheit zu begreifen, Du kleiner Gott. Lerne zuerst die von Dir benutzten Worte richtig zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Erst dann bist Du mit ihnen in der Lage, einen harmonischen Himmel aus Erde zu schaffen, erst dann bist Du ein Schöpfer nach meinen Ebenbilde.
Deine eigenen Gedanken sind die eigentliche Substanz aller von Dir wahrgenommenen Erscheinungen. Sie sind die göttliche Macht, die ich Dir verliehen habe und mit denen Du in der Lage bist, ALLES zu harmonisieren. Das Wort „Ge-danke“ sagt alles. Es stammt vom Verb „denken“ und dies wiederum hat seine Radix im indogermanischen „teng“ (= „empfinden“). Dein „Nichtwissen“ – Dein „zeitloses Alleswissen“ also – arbeitet „in Dir“ mit „Schweigen“ an Deiner Vervollkommnung.
Hier hast Du also die Ursache und den Beginn der „Dualität“ Deines bewußten und unbewußten Daseins. Es geht hierbei um die Wurzel Deines Seins, um die „unterscheidenden“ Sichtweise Deines Geistes. Das eine Licht ist das „maskuline (bewußte) Geisteslicht“ in Dir, daß Dir alle Deine bewußten Erscheinungen „vor-denkt“. Das andere Licht ist das „feminine (unbewußte) Geisteslicht“ des „Nach-denkers“, der die vorgedachten Erscheinungen laufend verurteilt und ihnen eine Qualität beimißt, anstatt sich ihnen „be-Dingungslos“ hinzugeben, um mit diesen eine harmonische Ehe einzugehen.
Jede Art von Angst und Sicherheitsdenken, die ein „normaler Mensch“ in sich hegt (und pflegt!), ist Gottesleugnung in ihrer reinsten Form! Wenn Du wirklich weißt, wer und was ich bin, weißt Du auch, wer und was Du selbst bist und erst dann kannst Du von Dir behaupten „Ich weiß“! Und das wiederum solltest Du erst von Dir behaupten, wenn es in Deinem Weltbild „keinen einzigen Widerspruch“ mehr gibt. Erst dann bist Du ein „Verstehender“, erst dann bist Du ein Geschöpf nach meinem Ebenbild, das sagen kann „Ich weiß!“. Wenn Du wirklich an Gott – d.h. an „uns“ – glauben würdest, würdest Du das Gefühl „Angst“ gar nicht kennen.