Ärzte sind verpflichtet zu dienen
Hochverehrte Doktoren!
Nicht Verdienst, sondern Dienst
Es ist wahr, dass Ärzte im allgemeinen mit Eifer und Hingabe arbeiten. Noch besser wird es sein, wenn sie mehr Hingabe an Gott als an den Gelderwerb entwickeln. Es ist klar, dass Geld für eine weltliche Lebensführung notwendig ist, doch sollte sich Gelderwerb in Grenzen halten. Der Gebrauch des Geldes sollte angemessen geregelt sein. Wer im täglichen Leben keine Selbstbeherrschung übt, fällt Krankheit zum Opfer. Der Körper unterliegt Begrenzungen und Kontrollmechanismen. Die Körpertemperatur sollte nicht mehr und nicht weniger als 36,9 Grad Celsius betragen, der Blutdruck sollte zwischen 80 und 120 liegen. Jeglicher Anstieg oder Abfall der Werte bedeutet Krankheit. Ärzte sollten nicht darum wetteifern, Unsummen zu verdienen und mehr und mehr Besitztümer anzuhäufen. Sie sollten die Armen und Bedürftigen kostenlos behandeln. Opfergeist ist das Merkmal wahrer Erziehung. Verdientes Geld sollte im Geiste von Entsagung und Opfer zweckdienlich ausgegeben werden.
Gesundheit und menschliche Werte
Ein gesundes Leben in der Welt ergibt sich für den Menschen aus einer harmonischen Verschmelzung von Religion, Philosophie und Kunst. In diesem Zusammenhang ist mit Religion die Religion der Liebe gemeint. Das ist die einzige Religion der Welt. Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der Menschheit. Um gesund zu leben, sollte man menschliche Werte pflegen. Hierzu bedarf es der Harmonie von Gedanke, Wort und Tat. Wenn ihr diese Harmonie entwickelt, werdet ihr von Begierden und Ängsten frei. Weil Selbstsucht im Bereich der medizinischen Wissenschaft und in anderen Wissenschaftszweigen um sich greift, wird die Welt von vielen Gefahren und Katastrophen erschüttert.
Ärzte sollten Laien über die verschiedenen Ursachen von Herzleiden unterrichten. Wann immer Menschen an eine Herzkrankheit denken, türmt sich die Aussicht auf eine Operation wie ein Schreckgespenst vor ihnen auf. Soweit irgend möglich solltet ihr eine Operation vermeiden und versuchen, die Patienten mit Medikamenten zu heilen. Ärzte sollten eine Operation nur als letzten Ausweg ansehen. Da das Wort „Operation” in Menschen jeder Art, Armen wie Reichen, Hoch- wie Niedergestellten, Angst hervorruft, solltet ihr ihnen helfen, Selbstvertrauen zu entwickeln und die Ursache der Angst beheben.
Die Bedeutung des Krankenhauses
Göttliche Mitglieder der medizinischen Bruderschaft! Ich habe nicht die Absicht, die Vortrefflichkeit unseres hiesigen Krankenhauses zu rühmen. Ich möchte die Tatsache hervorheben, dass die Menschen in diesem Umkreis bisher tödliche Angst vor Herzkrankheiten hatten, denn es gab in ihrer Nähe keine Einrichtung für qualifizierte medizinische oder chirurgische Behandlung. Sie mussten die Patienten in weit entfernte Orte bringen. Damit waren gewaltige Ausgaben verbunden. Doch seit dem 22. November 1991, dem Tag, an dem das hochspezialisierte Krankenhaus seine Arbeit aufnahm, haben sogar Kinder das Krankenhaus lächelnd und ohne einen Anflug von Angst betreten. Ihr Mut und ihr Vertrauen bieten die Gewähr für eine erfolgreiche Behandlung. Dies ist das einzige Krankenhaus, in dem ihr Patienten, Ärzte, Schwestern, Techniker und medizinisches Hilfspersonal mit lächelnden Gesichtern sehen könnt. Selbst die Verwandten, die die Patienten begleiten, sind ein einziges Lächeln. Wo auch immer ihr euch im Krankenhaus aufhaltet, könnt ihr lächelnde und vergnügte Arbeiter sehen, die mit Hingabe und Eifer ihre Pflicht tun.
Wie kommt diese Glückseligkeit zu Menschen, die zur Behandlung gefürchteter Krankheiten ins Krankenhaus gehen? Glückseligkeit erwächst aus der Einheit mit Gott. Wo Gottvertrauen mangelt, herrscht Kummer. Doch in unserem Krankenhaus herrscht uneingeschränktes Gottvertrauen. Die meisten Menschen, die mit allen Annehmlichkeiten des Lebens versorgt sind, haben keinen inneren Frieden. Frieden erlangen wir nur aus unserem Inneren. Wer im Einklang mit seinem Gewissen handelt, erhält Frieden. Die Bereitschaft, Opfer zu bringen, ist unerlässlich, um Frieden zu erlangen und zu schützen.
Das Krankenhaus gehört den Menschen
Dieses Krankenhaus gehört nicht Swami. Es gehört euch allen. Es wurde mit dem edlen Ziel errichtet, der leidenden Menschheit zu dienen. Neben hervorragender technischer Ausstattung in höchster Qualität verfügen wir hier über modernste medizinische und chirurgische Behandlungsmöglichkeiten. Vor allem jedoch haben wir hier ein Team hingebungsvoller Ärzte und anderer Mitarbeiter, die mit einem Lächeln selbstlos dienen. Der Bau des Krankenhaus war nach der unglaublich kurzen Zeitspanne von fünf Monaten abgeschlossen. Die Fertigstellung eines Krankenhauses dieser Größe hätte sogar zehn Jahre dauern können, wenn die Regierung die Arbeit begonnen hätte. Als ich am 23. November 1990 bekannt gab, dass dieses Krankenhaus am 22. November 1991 seinen Betrieb aufnimmt, gingen viele Augenbrauen in die Höhe, weil die Möglichkeit bezweifelt wurde, das Datum einzuhalten. Aber wie von Swami gewollt, wurde es eine vollendete Tatsache. Dr. Venugopal kam aus Delhi, um die Operationen am 22. November 1991 zu leiten. Seine Arbeit ist von Anfang an eine Erfolgslegende. Es wurde bisher nicht öffentlich erwähnt, dass er Arzt im Regierungsdienst ist und für das All-India Institut für medizinische Wissenschaften arbeitet. Er flog regelmäßig am Samstag ab Delhi, kam hier an, operierte am Sonntag und flog am Montag nach Delhi zurück, um seine Arbeit dort wieder aufzunehmen. Er hat für seine Arbeit keinerlei Entgelt angenommen und hat sogar seine Reisekosten selbst getragen. Ich erwähne diese Tatsache nur, um seine Hingabe und seinen Sinn für selbstlosen Dienst hervorzuheben. Sein ganzes Team ist so. Sie sind sehr glücklich über die Gelegenheit, hier zu dienen. Die Reinheit ihrer Herzen und ihres selbstlosen Dienstes haben dem Krankenhaus zu solch glänzenden Ergebnissen verholfen.
Mitarbeiter voller Hingabe
Die meisten Schwestern und Techniker sind Studenten unserer Hochschule. Sie wurden zur technischen Ausbildung in der Handhabung hochspezialisierter Geräte nach Delhi geschickt. Sie haben oft lächelnd von früh um sechs bis Mitternacht gearbeitet. Sie tun ihren Dienst hier nur aus Hingabe zu Swami und nicht für Geld.
Nur ein Beispiel für die Hingabe der Mitarbeiter: Als Swami gestern vom Krankenhaus zurückkehrte, traf er auf der Straße Krankenschwestern, die länger als drei Tage schwer und anstrengend gearbeitet hatten. Swami erfuhr, dass ihr Bus zusammengebrochen war und sie beschlossen hatten, den langen Weg zum Mandir zu Fuß zurückzulegen. Swami bat sie zu warten und arrangierte einen Aushilfsbus, der sie abholte. Die Beziehung zwischen Swami und seinen Anhängern beruht auf Liebe, die von Herz zu Herz strömt.
Die Patienten bezahlen für die Behandlung keinen einzigen Pfennig, angefangen bei den diagnostischen Untersuchungen bis hin zum chirurgischen Eingriff und seiner Nachbehandlung. Selbst das gehaltvolle Essen wird kostenlos an die Patienten ausgegeben. Anfangs wussten die unschuldigen und einfachen Dorfbewohner nicht, von den Krankenhausbetten Gebrauch zu machen. Einige schliefen unter dem Bettgestell. In ihrer völligen Einfalt hielten sie sich nicht für wert, in solch teuren Betten zu schlafen. In diesem Krankenhaus zeigen die Patienten keinerlei Anzeichen von Sorge.
Ärzte und Patienten
Ich möchte den Ärzten einen Rat geben. Ihr solltet die Patienten mit lächelndem Gesicht untersuchen und sanft mit ihnen sprechen. Wenn ihr den Puls eines Patienten mit grimmigem Gesicht fühlt, kann er aus Angst davor zusammenbrechen, dass irgend etwas von Grund auf nicht in Ordnung sei. Es gibt Patienten, die den bloßen Anblick eines Arztes fürchten, der sich ihnen zur Untersuchung nähert. Das ist nicht gut. Ärzte sollten den Patienten Mut einflößen, besänftigend mit ihnen sprechen und dabei Mitgefühl und Liebe ausstrahlen. Das freundliche Verhalten des Arztes wird größeren Heilerfolg bewirken als die verabreichte Medizin. Swami wünscht, dass mehr Krankenhäuser die Armen unentgeltlich behandeln. Ärzte sollten zusammenarbeiten und sich als Einheit verstehen.
Eine Gesellschaft frei von Krankheit
Nur Sinneskontrolle und Standhaftigkeit ermöglichen ein glückliches und gesundes Leben. Geist und Gemüt sollten beherrscht und Anspannung vermieden werden. Verhütung von Krankheit sollte das Ziel sein. Wir sollten eine menschliche Gesellschaft anstreben, die von Krankheiten frei ist. Glücklich der Tag, an dem ein Krankenhaus keine Patienten mehr hat.
Ihr alle habt euch hier versammelt, um euer Wissen und eure Erfahrung im Bereich der medizinischen Wissenschaft, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Herz- und Herzgefäß-Erkrankungen zu diskutieren und auszutauschen. Es ist mein Wunsch, dass ihr offene Gespräche führt, Problemlösungen findet und den Menschen dient.
Ansprache vom 06.02.1993 – Prashânti Nilayam, Sanathana Sarathi – Heft März 1993
Warnung vor Überspezialisierung
Ich muss den hier anwesenden Ärzten einen Rat geben. Es besteht die Tendenz, die Behandlung von Herzerkrankungen in absurdem Ausmaß zu spezialisieren. Ich würde den Ärzten empfehlen, das Herz als Ganzes zu behandeln und nicht jedes seiner Teile zur gesonderten Behandlung zu vereinzeln. Spezialisierung hat in der heutigen Welt alarmierende Ausmaße angenommen. Ärzte sollten Allgemeinmediziner sein, die verschiedene Leiden eines Patienten behandeln können.
Ansprache vom 07.02.1993 – Prashânti Nilayam, Sanathana Sarathi – Heft März 1993
In der heutigen Zeit setzen manche Menschen volles Vertrauen in die Allopathie (Heilverfahren der Schulmedizin – A.d.Ü.), während andere glauben, dass Ayurveda auch wichtig sei neben der Allopathie. Die Allopathie gibt nur für eine gewisse Zeit eine Linderung. Sie erreicht keine dauerhafte Heilung von Krankheiten. Aber Ayurveda kann eine beständige Heilung von Krankheiten bewirken….
… Die Allopathie kann die Krankheitserreger nicht auf Dauer ausrotten. Sie kann sie nur in einem bestimmten Ausmaß und für einige Zeit unter Kontrolle halten. Es besteht immer die Gefahr des Rückfalls. Obwohl die Allopathie immer wieder Fortschritte gemacht hat, hat sich die Zahl der Krankheiten erhöht. Dr. Samuel Hahnemann aus Deutschland, der die Homöopathie entdeckte, machte ebenfalls tiefgründige Nachforschungen im Ayurveda. Das Wohlergehen der ganzen Menschheit war sein Leitmotiv.
Alles Schlechte, das ihr seht, dringt in eure Augen ein und führt zu Augenschäden.
Heutzutage lassen sich viele Menschen am grauen Star operieren, damit sie wieder richtig sehen können. Die Ärzte mögen die Augenfehler auf verschiedene Ursachen zurückführen, aber in Wirklichkeit sind sie die Folge unheiliger Sichtweise.
Sanathana Sarathi 2001
Alle Krankheiten sind die Widerspiegelung von pravritti, der geistigen Haltung.
Daher sollte der Mensch in weltlichen Belangen den richtigen Weg gehen. In diesem Zusammenhang sind zwei der fünf Grundelemente wichtig. „Bhikshânnam deharakshârtham, vastram sithanivarâranam” („Nahrung ist zum Schutz des Körpers unerlässlich; Kleidung ist als Schutz vor Kälte notwendig”).
Zur Nahrung gehört das Wasser. Beide stehen im menschlichen Leben an erster Stelle. Leben ist die feinstoffliche Form des Wassers, das der Mensch zu sich nimmt.
Geist ist die feinstoffliche Form seiner Nahrung. Folglich ist zwischen Geist und Leben ein enger Zusammenhang zu sehen. Wie die Nahrung, so der Kopf.
Des Menschen Gedanken, Begierden und Streben sind mit der Nahrung verbunden.